9. Mai 2026
Radregion Rheinland: Die Dhünn-Runde vön Köln aus
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70 Kilometer | 360 Höhenmeter | Start & Ziel: Köln
Tour auf Komoot | Tour auf VeloPlanner
Werbung: Diese Tour entstand in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Radregion Rheinland
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Karten-Übersicht

Köln - Rheinradweg - Leverkusen - Dhünn-Runde - Rheinradweg - Köln
Das erwartet euch
Einmal quer durchs Rheinland – und das fast ohne Großstadtlärm und Verkehrschaos? Genau das erwartet uns heute auf dieser überraschend abwechslungsreichen Radtour zwischen Köln, Leverkusen und dem Bergischen Land.
Wir fahren über gewaltige Rheinbrücken, rollen durch grüne Parkanlagen und folgen ruhigen Flussradwegen entlang von Rhein, Dhünn und Wupper.
Eine Tour voller Kontraste: Zwischen idyllischen Flussauen, historischen Klosteranlagen und Industriegeschichte treffen wir immer wieder auf überraschend viel Natur – und auf einen besonderen Bahntrassen-Radweg, auf dem es kilometerlang nur bergab geht. Genau dieser Mix macht die Strecke so besonders.
Also: Steigt mit uns aufs Rad findet heraus, warum uns diese Runde so positiv überrascht hat
Streckenverlauf
Wir starten unsere heutige Tagestour mit einer Fahrt über die ikonische Hohenzollernbrücke. Die 400 m lange, stählerne Eisenbahnbrücke gehört zu den beliebtesten Fotomotiven Kölns. Besonders berühmt ist sie für ihre riesige Anzahl an Liebesschlössern, die an jedem freien Winkel platziert wurden… im Zusammenspiel mit dem majestätischen Dom im Hintergrund und den ständig vorbei rauschenden Zügen ein eindrucksvoller Anblick!

Auf der rechten Seite des Rheins folgen wir der Beschilderung des Rhein-Radwegs in Richtung Leverkusen, erkennbar auch an dem blauen Radweg-Symbol des Eurovelo 15. Unten am steinigen Flussufer erhaschen wir noch einen tollen Blick auf den Dom, und die in Nebel getauchte Skyline von Köln.
Wenig später erblicken wir den Rheinpark, eine weitläufige Grünanlage, die sich mit ihren Wiesen und Spielplätzen für eine Pause mit Kindern eignet. Sogar eine Miniatur-Eisenbahn fährt durch den Park… allerdings hat sie wohl gerade Pause.
Im Gegensatz dazu sind die schwebenden Waggons der Kölner Seilbahn schon in Betrieb. Bereits seit 1957 können Besucherinnen und Besucher hiermit den Rhein überqueren und das Panorama von Köln aus der Vogelperspektive bewundern.
Nach einem kleinen Wettrennen mit den Frachtschiffen auf dem Rhein, biegen wir vom Uferweg ab, um uns den Stammheimer Schlosspark anzuschauen. Ein Schloss gibt es hier seit der Zerstörung 1944 nicht mehr. Dafür zieren Statuen und Skulpturen verschiedenster Art die Parkanlage aus dem 19. Jahrhundert, welche nach einem langen Dornöschenschlaf heutzutage wieder gepflegt wird und zum Staunen und Lauschen einlädt.

Auf einem herrlichen Deichweg im Grünen geht es weiter Richtung Norden. Vorbei an einer Kirche und erfreulicherweise auf breiten Radwegen erreichen wir auch schon bald das Stadtgebiet von Leverkusen. Unsere Erwartungen an das Radfahren in Leverkusen waren im Vorfeld eher verhalten.. umso überraschter sind wir von der ruhigen und naturnahen Fahrradroute, die uns hier direkt durch das Stadtgebiet führt.
Vorbei am Fußballstadion von Bayer-Leverkusen radeln wir völlig verkehrsberuhigt und entspannt auf dem asphaltierten Dhünn-Radweg. Wir sind heute nicht die Einzigen, die sich an dem saftigen Grün der Wiesen erfreuen!

Wir verlassen kurz den Radweg, um einen Blick auf Schloss Morsbroich zu werfen, das sich nur wenige Meter entfernt befindet. Das Rokoko-Schloss von 1775 beherbergt ein Museum für zeitgenössische Kunst mit wechselnden Ausstellungen und regelmäßigen Veranstaltungen. Es gibt ein Schloss-Café und einen Museums-Shop. Mir hat es vor allem der begehbare Springbrunnen angetan!
Im Bioladen „Gut (un)verpackt“ nutzen wir die günstige Gelegenheit, uns mit Getränken und Snacks für die restliche Tour einzudecken.
Noch ein sehenswerter Stopp wartet in Leverkusen auf uns: das Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer. In der historischen Sensenfabrik kann bei der Besichtigung von Fabrikhallen und Arbeiterunterkünften in die Zeit der frühen Industrialisierung eingetaucht werden. Neben der Ausstellung von Maschinen und Sensen werden sogar Schmiedevorführungen und allerlei Veranstaltungen angeboten.
Für ein kurzes Stück verläuft der Radweg neben der Straße, doch schon bald zweigt unsere Route auf einen Schotterweg ab, der uns über Felder und durch die Auenlandschaft im Naturschutzgebiet Dhünn führt.
Im historischen Ortskern der Gemeinde Odenthal fallen schmucke Fachwerkhäuser und die Pfarrkirche ins Auge. Das Kunstwerk „Hexenbrunnen“ von 1988 erinnert an die düstere Vergangenheit der Hexenverfolgung im Ort.
Wir fahren weiter in den Ortsteil Altenberg, wo im Jahre 1133 die Abtei Altenberg, ehemals ein Kloster der Zisterzienser, errichtet wurde. Seit 1803 ist das Kloster aufgelöst, doch die ehemalige Klosterkirche, der Altenberger Dom, erstrahlt noch heute in seiner ganzen Pracht einer dreischiffigen Basilika im Stil der Gotik. Der Dom wird sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Gemeinde genutzt.

Mit vollem Magen fällt uns das Treten bergauf wirklich etwas schwerer als üblich. Das folgende Wegstück verläuft weiter leicht bergauf, auf einem Radweg direkt neben der Straße, wo uns heute zum erstem Mal etwas mehr Autoverkehr begegnet. Aktuell befinden wir uns nicht mehr nur auf der Dhünn-, sondern zeitgleich auch auf der :aqualon-Runde, einem 54 Kilometer langen Rundweg, der sich ganz dem Thema Wasser verschrieben hat, und unter anderem an der Großen Dhünn-Talsperre vorbei führt. Hier ihn Burscheid biegt die Aqualon-Runde Richtung Nordosten ab, wir folgen aber weiter der Dhünn-Runde Richtung Leverkusen auf einem besonders entspannten Radweg.
Auf den nächsten acht Kilometern heißt es für uns: rollen lassen und durchatmen! Der hervorragend ausgebaute Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zaubert uns mit seinem glatten Untergrund und dem sanften Gefälle ein Lächeln aufs Gesicht. Zahlreiche Bänke entlang der Strecke laden zum Erfrischen und Aussicht genießen ein.

Sanfte Hügellandschaften, Wälder, Flüsse und Talsperren: so sieht das Bergische Land von oben aus. Das Gebiet zwischen Rhein und Sauerland eignet sich hervorragend zum Radfahren. Ob ihr historische Fachwerkorte erkunden, Spuren von Industrie und Eisenbahn entdecken oder euch in aller Ruhe an der Naur erfreuen wollt, auf den Panorama-Radwegen im bergischen Land ist all das möglich.
Wir folgen der Beschilderung Richtung Köln über ruhige Straßen, entlang von Wiesen und über einen kleinen Bach. Hier fallen uns diese knubbeligen Bäume ins Auge, die neben einem Teich am Wegesrand stehen.
Auf einem sehr naturnahen Radweg entlang der Wupper passieren wir die Reuschenberger Mühle, die auf eine 500-jährige Geschichte zurückblickt und heute ein modernes Wasserkraftwerk beinhaltet. Die technisch raffinierte Mühle kann auf Anfrage von innen besichtigt werden. Ganz entspannt führt uns der Radweg in einem Bogen wieder zur Dhünn, deren Mündung in die Wupper nur ein Katzensprung entfernt ist und von uns am morgigen Tag erkundet werden soll.
Wir schlängeln uns durch eine Baustelle und erreichen den Neuland-Park. Die sehr gepflegte Parkanlage ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Skulpturen und Spielplätze, Fitnessgeräte und Ruhebänke lassen keine Wünsche offen.

Für eine Pause auf der Wiese bleibt uns heute leider keine Zeit, doch allein schon der Radweg durch den Park und über die geschwungene Brücke macht Spaß! Vom Neuland-Park geht es für uns direkt an den Rhein, wo in den Freisitzen Feierabend Stimmung angesagt ist. Wir finden unseren Weg über die beeindruckende Rheinbrücke, bei welcher eine ziemlich gute Fahrradspur konstruiert wurde.
Angekommen auf der linken Rheinseite fahren wir erst auf etwas holprigeren Radwegen durch das Gebiet der Ford-Automobilwerke bevor wir wieder direkt ans Ufer gelangen. Auf der Nieler Hafenbrücke genießen wir noch einmal den Ausblick auf den gewaltigen Strom… doch dann heißt es weiter strampeln, denn der Radweg ist gut besucht! Die letzten Kilometer entlang der Flussauenlandschaft und durch grüne Parks radeln sich wie von selbst. Schon bald kommen wir, ohne Kontakt zum Straßenverkehr, auf der Uferpromenade zurück in die Innenstadt von Köln, wo wir uns die Rampe neben der Domtreppe hinauf schlängeln und unsere Runde für heute abschließen.

Fazit zur Tour
Wir waren beeindruckt, durch wie viel grün wir an diesem Tag gefahren sind. Der Rheinradweg ermöglicht es ohne viel Autoverkehr oder größeren Kreuzungen aus Köln herauszukommen. In Leverkusen ist zwar die Ort prägende Industrie nicht zu übersehen, aber schneller als man denkt befindet man sich im Flussauengebiet der Dhünn. Was folgt sind herrliche Kilometer in idyllischer Natur und vielen Highlights direkt am Wegesrand.
Richtung Bergisches Land führt die Route durch weite Felder und einige Waldabschnitte. Hier lohnt sich dann definitiv der Abstecher zum Altenberger Dom.
Die darauffolgende Bergetappe an einer stark befahrenen Straße und die Ortsdurchfahrten auf teilweise schlechten Radwegen bzw. geteilten Gehwegen bis nach Burscheid sollen der einzige Wermutstropfen bleiben. Einige Straßenüberquerungen können gefährlich werden, zudem ist der Lautstärkepegel an Wochenenden enorm. Ab und zu mussten wir auf den Gehweg ausweichen, weil auf dem Radweg geparkt wurde.
Hier wäre es schön, wenn der Kreis eine Alternative für Radfahrende anbieten könnte, zumal mit dem Panorama-Radweg Balkantrasse direkt ein Paradebeispiel eines Premium-Radwegs folgt. Und man merkt es sofort: Hat man zuvor kaum andere radelnde Menschen gesehen, platzt dieser Radweg fast aus allen Nähten.
Die alte Bahntrasse bietet trotzdem genügend Platz und viele Bänke und Aussichtspunkte. Richtung Leverkusen geht es nur bergab, was aber leider auch dazu führt, dass der Spaß zu schnell vorbei ist. ;)
In Leverkusen folgen wir erst der Wupper und dann wieder der Dhünn bis zum Neuland-Park - ein sehr gelungener Abschnitt mit abwechslungsreicher Szenerie.
Die Fahrt über den Rhein neben der Autobahn ist spektakulär und der Weg zurück nach Köln unproblematisch, wenn auch einige Radwegabschnitte neben den großen Straßen auch sanierungsbedürftig sind.
Je näher man Köln kommt, umso voller wird es. Mal spontan an der Uferpromenade anhalten und ein Foto machen? Wird schwierig. Achtet hier bitte auf die anderen Menschen. Viele pendeln auf dieser Strecke und haben es gerne mal eiliger.
Insgesamt können wir diese Tour ohne Bedenken empfehlen. Wie meistens in Deutschland gibt es nur dort Abstriche, wo der Autoverkehr absolute Dominanz hat und einzelne Gemeinden oder Kreise noch nicht das Potential des Radtourismus erkannt haben. So gibt es auch hier mit dem Abschnitt zwischen Altenberg und Burscheid einen Abschnitt, der es z.B. für Familien oder älteren Menschen beinahe unmöglich macht die gesamte Dhünn-Runde entspannt radeln zu können.
Unser Videobericht
Warum uns diese Radtour zwischen Rheinradweg & Dhünn begeistert hat | Radregion Rheinland