25. Juni 2026
Radregion Rheinland: Radeln nach Zahlen auf der Radtour Sieg - "Agger und Pflug"
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Entspanntes Radeln nach Zahlen auf einer herrlichen Route entlag von Naturschutzgebieten und Highlights. In diesem Beitrag stellen wir euch die Knotenpunkt-Route Sieg | Agger und Pflug vor, welche sich wunderbar als Sonntags-Ausflug für alle Altersklassen eignet.
40 Kilometer | 290 Höhenmeter | Start & Ziel: Hennef
Tour auf Komoot | Tour auf VeloPlanner
Werbung: Diese Tour entstand in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Radregion Rheinland
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Karten-Übersicht

Hennef - Siegburg - Lohmar - Wahnbachtalsperre - Hennef
Das erwartet euch
Kein Navi, kein Fahrradcomputer – heute wagen wir das Experiment „Radeln nach Zahlen“. Ob das gut gehen wird?
Auf der 35 Kilometer langen Radrunde „Sieg – Agger & Pflug“ wollen wir nämlich herausfinden, ob entspanntes Radfahren auch ganz ohne Navigation funktioniert. Die Strecke führt durch die überraschend vielseitige Naturregion Sieg im Süden des Naturparks Bergisches Land, entlang von mehreren Naturschutzgebieten und vorbei an spannenden Sehenswürdigkeiten wie der Abtei Michaelsberg in Siegburg und der beeindruckenden Wahnbachtalsperre. Die Radtour ist eine ausgeschriebene Knotenpunkt-Runde, also beschildert mit rot-weißen Zahlen, die einfach in der richtigen Reihenfolge abgeradelt werden - ganz einfach also. Wie das Ganze funktioniert und welche Highlights die Radroute bereit hält, verraten wir euch im Beitrag.

Eine Rundtour mit Start und Ziel in Hennef/Sieg
Am Bahnhof Hennef/Sieg starten wir in die Radtour. Die Anreise von Köln aus dauert mit dem Zuag etwa eine halbe Stunde und es gibt recht viel Platz für Fahrräder. Vorbereitung braucht ihr für eine solche Knotenpunkt-Route fast gar keine: wir haben uns lediglich alle Zahlen der Route in der richtigen Rheinfolge auf einen Merkzettel geschrieben und diesen am Fahrradlenker befestigt. Angekommen am Bahnhof Hennef/Sieg machen wir uns auf die Suche nach dem ersten Wegweiser mit rot-weißem Knotenpunkt. Direkt am Bahnhof finden wir keinen, aber nach einem kurzen Blick auf die Karte werden wir fündig: Knotenpunkt 21, unser Startpunkt. Wir befinden uns damit auch schon auf der Siegpromenade und ab hier sind aller paar Meter Ausschilderungen zu finden. Auf einem herrlichen naturbelassenen Kiesweg radeln wir mitten durch die grüne Landschaft entlang der Sieg und finden mit der 20 auch bald schon unseren zweiten Knotenpunkt. Wir erkunden hier das Naturschutzgebiet Siegaue, das mit seinen Feuchtwiesen und Auwaldgebieten einen wichtigen Rückzugsort für zahlreiche Tierarten darstellt. Damit diese besondere Tier- und Pflanzenwelt der Siegaue erhalten bleibt, führt unsere Tour ausschließlich über die ausgewiesenen Wege.

Schon nach den ersten Knotenpunkten sind wir überrascht, wie einfach das Ganze funktioniert. Statt ständig aufs Navi zu schauen, lassen wir die Blicke über die blühenden Wiesen schweifen. Unsere kleinen roten Fähnchen flattern im Wind und zeigen uns, wo es als Nächstes hingeht– fast wie bei einer kleinen Schnitzeljagd durch die Natur.
Auch ein Verlassen der "Radeln nach Zahlen"-Route ist ganz easy möglich, denn den Weg zurück findet ihr mithilfe der Zahlen ohne Probleme. Am Knotenpunkt 2 wollen wir einen Abstecher in die Stadt Siegburg einlegen, denn den Michaelsberg, welchen wir schon aus der Ferne bewundert haben, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Mit einer Fahrt über die Brücke fahren wir in die Kreisstadt hinein, in der 42.000 Menschen leben. Wir folgen zunächst der Beschilderung Richtung Knotenpunkt 6, bis wir die Parkanlage um den Michaelsberg erreichen. Auf einem gepflasterten Weg und später einer Straße radeln wir hinauf auf den Hügel. Der 118 m hohe Michaelsberg besteht aus dem Überrest eines ehemaligen Vulkans und eignet sich dank seiner frei stehenden Lage über die flache Auenlandschaft als natürlicher Aussichtspunkt.

Die Abtei auf dem Michaelsberg wurde 1064 als Benediktinerkloster gegründet und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Vom religiösen Zentrum über Krankenhaus und Gefängnis bis hin zur nahezu vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat der Ort viele Wandel erlebt. Heute sorgen die modernen Kirchenfenster im Zusammenspiel mit dem Licht für eine besondere Atmosphäre und der kunstvolle Komplex aus Kirche und katholischem Weiterbildungszentrum erstrahlt in einer neuen Pracht.

Unsere Mittagspause verlängern wir noch ein bisschen, da wir den Klosterwaffeln nicht widerstehen können. Überall im Bergischen Land werden die „Bergischen Waffeln“, traditionell mit Kirschen und Sahne, zum Nachmittags-Kaffee angeboten. Nachdem wir wahrscheinlich ein bisschen zu lange pausiert haben, lassen wir uns den Michaelsberg entspannt wieder herunter rollern. Unten in der Stadt halten wir dann einfach wieder Ausschau nach der kleinen roten 2 auf den Wegweisern - und finden so wirklich ganz einfach wieder zurück auf unseren Radweg entlang der Sieg und zurück auf unsere Route "Sieg | Agger und Pflug".
Bei Punkt 28 überqueren wir die Sieg, von der wir uns nun vorerst verabschieden müssen. Für uns geht es jetzt nämlich entlang der Agger, einem 69 km langen Nebenfluss der Sieg. Im Gebiet der Stadt Troisdorf kommen wir an einem Minigolfplatz und an einem Freizeitbad vorbei, bevor wir mit der Aggeraue ein weiteres, ruhiges Naturschutzgebiet erreichen, das von wilden Auenlandschaften und feuchten Wiesen geprägt ist. Weiter führt uns der Radweg in das üppige und ursprüngliche Gebiet der Wahner Heide, ein Naturgebiet aus Wäldern, Mooren und Heidelandschaften. Jahrhundertelang war die Wahner Heide militärisches Sperrgebiet, so bleib die Natur weitgehend verschont von menschlichen Eingriffen, und konnte sich ungestört entfalten, was ihr heutzutage ihren wilden und urwüchsigen Charakter verleiht.

Dieser herrliche Weg durch den Wald gefällt uns so gut, dass wir ihn gar nicht gerne verlassen wollen. Doch bei Punkt 32 biegt unsere Route nach rechts ab und führt uns durch den Ort Lohmar. Richtige Radwege gibt es im Ortsgebiet leider keine, sodass es heute auf den gut befahrenen Straßen, welche immer hin aufgezeichnete Radschutzstreifen besitzen, etwas eng wird. Einen etwas ungünstig platzierten Radwegweiser auf der gegenüberliegenden Straßenseite kann man leicht übersehen, zum Glück entdecken wir ihn noch in letzter Sekunde und bleiben so auf unserer Route, die uns kurze Zeit später auf Nebenstraßen leicht bergauf führt.
Warm werden sollte uns wirklich, denn diese Bergetappe auf etwas gröberem Schotter entpuppt sich ohne elektrische Unterstützung stellenweise als eine kleine Herausforderung. Die steileren Passagen sind aber relativ kurz und können natürlich problemlos geschoben werden. Angekommen auf dem Höhenzug werden wir mit einem fantastischen Weitblick über den Naturpark Bergisches Land belohnt.
Weiter geht es über Felder und durch kleine Siedlungen langsam bergauf. Nach rund 32 Kilometern und in nun 216 Metern Höhe erreichen wir den höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Jetzt freuen wir uns auf die Abfahrt – und darauf, dass der Radweg die vielbefahrene Straße wieder verlässt und auf ruhigen Wegen weiterführt. Vorbei an einer Walnussbaumallee und einem alten Gutshof zeigt sich in der Ferne bereits das nächste Highlight: ein verstecktes Gewässer, das diese Landschaft seit den 1950er Jahren prägt.
Der Rastplatz auf den Streuobstwiesen über der Wahnbachtalsperre lädt zum Ruhen und Entspannen ein. Die Liegebänke sind ein beliebter Picknick-Spot… zum Glück kommen wir zur richtigen Zeit, um auf einer davon die Naturgeräusche zu genießen und die Beine lang zu machen. Während die Bienen fleißig sammeln und bestäuben, lassen wir uns Energiebällchen und Pflaumen schmecken.

Auf dem Weg bergab lohnt sich ein kleiner Schlenker zur Staumauer einer der größten Trinkwassertalsperren Nordrhein-Westfalens. Die Wahnbachtalsperre fasst rund 41 Millionen Kubikmeter Wasser und versorgt etwa 800.000 Menschen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn mit Trinkwasser von hoher Qualität.

Schwimmen und Wassersport sind hier tabu – die Uferzonen bleiben der Natur überlassen. So wirkt die Talsperre fast wie ein ruhiger Bergsee inmitten unberührter Landschaft. Doch hinter dieser Idylle verbirgt sich eine hochmoderne Anlage zur Trinkwasseraufbereitung – und direkt vor Ort gibt es sogar die Möglichkeit, das Wasser selbst zu probieren.
Nun wieder auf Kurs rollen wir bergab zum Knotenpunkt 43 und werfen einen Blick auf das ehemalige Franziskanerkloster Seligental und seine reich verzierte Klosterkirche, welche bauliche Elemente der Romanik und der Gotik beinhaltet. Heutzutage beherbergt das versteckte Kloster den Sitz einer kleinen Ordensgemeinschaft und ein Event Hotel, das diese besondere Location zum Tagen und Feiern vermietet.

Im Naturschutzgebiet an der Sieg passieren wir noch einige moderne Skulpturen und eine kleine Gaststätte direkt am Fluss. Entlang der Siegaue führt uns der Weg zurück nach Hennef, wo wir wieder der Siegpromenade folgen – wie schon zu Beginn unserer Tour. Kurz vor dem Bahnhof entdecken wir noch eine Reparaturstation – unsere Räder haben die Radtour zum Glück problemlos überstanden.
Fazit zur Tour
Großzügige Naturgebiete, ausgebaute Radwege und nur wenige Höhenmeter: für uns eignet sich die Radtour Sieg | Agger und Pflug damit ideal als enpanntes Ausflugsziel am Wochenende. Das Radfahren nach den Zahlen des Knotenpunkt-Systems hat wunderbar funktioniert. Die Tour fühlte sich für uns richtig unbeschwert an, weil wir uns keine Sorgen um die Navigation machen mussten und das gemeinsame Suchen und Erspähen der nächsten Zahl hat uns richtig Spaß gemacht. Wir können uns gut vorstellen, dass auch Kinder ab dem Vorschulalter beim "Radeln nach Zahlen" gerne mit helfen. Am Wegesrand gibt es viel zu sehen, Tiere zu beobachten und dem plätschernden Wasser der Sieg und der Agger zuzuschauen und einfach mal zu entschleunigen. Gleichzeitig gibt es vielerlei Einkehrmöglichkeiten, wo für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Am Besten gefallen haben uns die Aussichten vom Michaelsberg und auf die Wahnbachtalsperre sowie die naturbelassenen Wege durch die Flussauen und die Wahner Heide. An zwei Stellen war die Ausschilderung etwas ungünstig plaziert und auf dem Weg durch Lohmar schlagen wie die Erbauung eines sicheren Radwegs neben der Straße vor. Familienfreundlich ist die Route zu großen Teilen, da sie zumeist abseits vom Autoverkehr verläuft. Auf dem Weg durch Lohmar ist mit Kindern Vorsicht geboten und die Bergetappe gleich danach könnte für kleinere Kinder zur Herausforderung werden.
Alles in allem können wir euch die Rundtour wämstens ans Herz legen. Wenn ihr Lust auf bewegte Bilder vom Fahrrad aus habt und mal sehen wollt, wie wir uns am "Radeln nach Zahlen" versuchen, dann schaut doch gerne in unser Video rein.
Unser Videobericht

Radeln nach Zahlen - Ohne Navi durch schönste Natur | Radregion Rheinland