Radtouren und Erlebnisberichte
12. Juni 2026

Radregion Rheinland: RegioGrün Erlebnisradroute E1 Nord, Zons & Leverkusen

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66 Kilometer | 220 Höhenmeter | Start: Köln | Ziel: Leverkusen

Tour auf Komoot | Tour auf VeloPlanner

Werbung: Diese Tour entstand in Zusammenarbeit mit der Tourismusregion Radregion Rheinland

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Karten-Übersicht

Köln-Mediapark - RegioGrün Erlebnisradroute E1 Nord - Knechtsteden - Zons - Monheim am Rhein - Rheinradweg - Leverkusen

Das erwartet euch

Nebel über wilden Seenlandschaften, tiefe Wälder, mittelalterliche Mauern und entspannte Deichwege direkt am Rhein – kaum zu glauben, dass wir uns hier die ganze Zeit mitten im Rheinland bewegen.

Die RegioGrün-Erlebnisroute E1 Nord und der Rhein-Radweg überraschen uns heute immer wieder mit ihren Kontrasten: Zwischen modernen Hochhäusern und friedlicher Natur, Industrie und Landschaftsschutzgebieten, historischen Klöstern und lebendigen Altstädten.

Wie ihr das alles an einem Tag in der Radregion Rheinland erleben könnt, wo ihr das beste Eis findet und wieso es trotz Reparaturstationen immer gut ist eine eigene Luftpumpe dabei zu haben erfahrt ihr, wenn ihr bis zum Ende dranbleibt. 

Das erwartet euch

Entlang von Wiesen und kleinen Wäldchen erreichen wir bald den Blücherpark, eine geometrisch angelegte Parkanlage, die im Jahr 1911 als Erholungsraum für die Menschen errichtet wurde. Heutzutage gibt es eine Wasserquelle und einige Springbrunnen auf dem großen Wasserbecken. Die Wegführung leitet uns zunächst auf Radwegen entlang von kleinen Wiesenfächen und Bäumen. Schon bald fällt uns jedoch auf, dass es nicht genug Wegweiser gibt, um der Route ganz ohne die Hilfe des Navis zu folgen, vor allem wenn Straßen überquert werden. Eine Sperrung des Radwegs ist leider nicht mit einem Umleitungsschild versehen. Anscheinend wird hier aber erfreulicherweise eine richtig moderne Fahrrad-Brücke gebaut, in Zukunft sollte das Radeln hier also wesentlich flüssiger laufen.

Blücherpark

Das eine oder andere Mal queren wir auf der Route größere Straßenkreuzungen oder Autobahnen … mit der entsprechenden Geräuschkulisse. Wir müssen uns daran zurück erinnern, dass wir uns immer noch im Gebiet einer Millionenstadt mit ihren vielen Verkehrsadern befinden und noch nicht in einem reinen Naturgebiet.

Doch bald schon sollte uns die RegioGrün-Route in einen bemerkenswerten Naturraum führen. Auf das Seengebiet Stöckheimer Hof nördlich von Köln haben wir uns schon im Vorfeld besonders gefreut. Einen ersten Blick werfen wir auf den Pescher See, der uns in der nebeligen Stimmung mit seiner steilen Abbruchkante außerordentlich wild und ursprünglich erscheint. So ganz stimmt das nicht, denn die Seen entstanden, als sich die Kiesgruben der 1960er Jahre nach Ende des Abbaus mit Grundwasser füllten. In den letzten Jahrzehnten entstand so auf einer früheren Industriefläche ein Lebensraum für eine breite Tier- und Pflanzenwelt, wie etwa die Brutplätze von Uferschwalben in den Steilhängen. Unweit entfernt versteckt sich im Naturschutzgebiet um die Große Laache ein gänzlich anderes Biotop: Sumpfige Feuchtgebiete und Auwälder, in denen Amphibien quaken und Wasservögel zwitschern. 

Pescher See

Am benachbarten Pulheimer See beeindruckt uns die Aussicht auf das große Gewässer mit seinen steilen Abhängen und den noch verbliebenen Maschinen des Kiesabbaus. Der See wird in der Saison gerne zum Segeln, Windsurfen und Stand-Up-Paddeln genutzt. Die starken Kontraste zwischen Naturschutzgebiet und von Menschen genutzten Flächen, nur wenige Schritte voneinander entfernt, beeindrucken uns total.

Wir versuchen trotz immer kälter werdender Finger und, in Philipps Fall, Beine, positiv zu bleiben. Schließlich sind wir auf dem Rad in Bewegung und immerhin regnet es nicht! Entlang einer Straße führt uns der Radweg an der markanten Backsteinarchitektur des ehemaligen Ritterguts Haus Orr vorbei. Ein klassisches Museum gibt es hier nicht, das romantische Herrenhaus mit seiner Parkanlage im englischen Stil öffnet seine Türen jedoch regelmäßig als Veranstaltungsstätte für Konzerte und Sonntags-Matinees.

Direkt neben an entdecken wir in einem Vierseitenhof eine kulinarische Überraschung: der Hofladen Heinenhof mit Café und Töpferwerkstatt verkauft in seiner Markthalle regionales Gemüse und Obst, aktuell sind Rhabarber, Erdbeeren und Spargel in der Saison. Hofeigene Molkereiprodukte und kaltgepresste Öle aus selbst angebauten Rohstoffen können erworben werden. Im liebevoll dekorierten Hof kann man bestimmt sehr schön Pause machen, doch für uns geht es wieder aufs Rad, denn wir haben da so eine Vorahnung, dass es bald einen Wetterumschwung zu unserem Gunsten geben könnte….

Hofladen Heinenhof

Ganz ungläubig bemerken wir die ersten zögerlichen Sonnenstrahlen, die sich durch die dicke Wand aus Wolkendunst kämpfen. Wir radeln durch den Ort Sinnersdorf und vorbei an riesigen Ackerbauflächen, bis wir ein wunderschönes Waldgebiet erreichen. Der Chorbusch mit seinen uralten Buchen, Linden und Eichen steht unter Naturschutz und verströmt mit seinem Licht- und Klangspiel eine beruhigende und zugleich lebendige Atmosphäre.

Schon aus der Ferne erspähen wir das Kloster Knechtsteden, ursprünglich eine Abtei der Prämonstratenser aus dem 12. Jahrhundert. Die sorgfältig restaurierte Klosterkirche stammt noch aus dieser Zeit, die übrigen Gebäude der Klosteranlage entstanden im 16. und 17. Jahrhundert oder wurden später ergänzt. Heute befindet sich hier mit dem Missionshaus der Ordensgemeinschaft der Spiritaner ein Zentrum christlicher Seelsorge. Gleichzeitig finden auch das Restaurant Klosterhof, eine Schule für Augenoptik und sogar ein Gymnasium Platz in der weitläufigen Klosteranlage.

Kloster Knechtsteden

Weiter geht es auf herrlichen grünen Baumalleen und breiten Fahrradstraßen. Wir folgen der Ausschilderung des Radverkehrsnetzes NRW in Richtung Dormagen. Hier angekommen steuern wir den Bahnhof an, wo es mit der Radstation einen hilfreichen Servicepunkt für Radlerinnen und Radler gibt. Hier könnt ihr während der Öffnungszeiten euer Rad reparieren lassen oder sicher abstellen, euch Fahrräder oder E-Bikes ausleihen und euch informieren. Die Radstationen stehen unter sozialer Trägerschaft, sie helfen damit nicht nur uns sondern bieten auch arbeitssuchenden Menschen eine sinnvolle Beschäftigung. Für einen Tourenstart in Dormagen nach der Anreise mit dem Zug liegt die Radstation also genau richtig.

Wir machen noch einen kleinen Schlenker durch Dormagen, um einen Eindruck vom Ortskern der Stadt zu gewinnen, die für ihre chemische Industrie bekannt ist. In der gemütlichen Fußgängerzone ist noch einiges los, auch wenn die Ehrenamtlichen aus dem Weltladen schon ihren verdienten Feierabend genießen und uns daher nur die Schaufenster bleiben.

Unsere Route führt uns entlang von Pferdekoppeln durch die flache Landschaft. Schon aus der Ferne erahnen wir, dass wir nun gleich das mittelalterliche Städtchen Zons erreichen werden, Auch bekannt als das Rothenburg des Rheinlands erwartet euch in Zons eine weitgehend intakte mittelalterliche Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert mit vielen Türmen und Befestigungsanlagen, unter anderem den „Pfefferbüchsen“. Die mächtigen Erzbischöfe von Köln bauten Zons zu einer wehrhaften Zollfeste aus, um den Handel auf dem Rhein zu kontrollieren.

Wir sind total hin und weg von der Atmosphäre der uralten Gemäuer und der engen, belebten Gassen. Für die Besichtigung des Kreismuseums, im ehemaligen Herrenhaus der Burg Friedestrom und der historischen Windmühle könnten wir uns sicherlich gut und gerne einen ganzen Tag Zeit nehmen!

Mitterlalterliche Stadt Zons

Die Fähre von Zons nach Urdenbach bringt euch in nur fünf Minuten entspannt auf die andere Rheinseite und verkehrt ganzjährig. Wir empfehlen euch dennoch, vorher auf der Website die aktuellen Betriebszeiten zu prüfen und Bargeld für die Tickets dabei zu haben.

Auf einem naturbelassenen Radweg durchs Naturschutzgebiet biegen wir schon bald auf einem unscheinbaren Abzweig nach links ab. Denn hier befindet sich mit dem Haus Bürgel ein spannendes Relikt aus der Römerzeit: Heute mitten in der Auenlandschaft gelegen, erinnern die Grundmauern eines quadratischen Kastells an die Zeit vor 2000 Jahren, als der Rhein die Grenze des Römischen Reiches bildete. Als Teil des UNESCO-Welterbes Niedergermanischer Limes lädt das Römische Museum dazu ein, in die wechselvolle Geschichte der ehemaligen Grenzfestung einzutauchen.

Nach dieser wirklich fantastischen Erfrischung in der Abendsonne wollen wir uns eines der Wahrzeichen von Monheim nicht entgehen lassen: den Schelmenturm. Seinen Namen trägt der Wachturm aus dem 15. Jahrhundert, weil dereinst die Schurken und Schelme der Region in seinen Verliesen gefangen gehalten wurden. Am Wochenende und an Feiertagen kann der Turm besichtigt werden.

Unterwegs auf den Straßen von Monheim entdecken wir verschiedene Kunstwerke, ob Statuen auf dem Gehweg oder der berühmte Monheimer Geysir mitten auf einem Kreisverkehr - moderne Kunst im öffentlichen Raum wird hier gefördert und kann direkt vom Rad aus erlebt werden.

Etwas versteckt und fast märchenhaft wirkt die Marienburg am Rheinufer. Das Herrenhaus entstand im 19. Jahrhundert – in einer Epoche, in der mittelalterliche Burgen und historische Baukunst eine regelrechte Renaissance erlebten.

Schloss Marienburg

Nach dieser bewegten Zeitreise durch die Architektur der Jahrhunderte sehnen wir uns jetzt danach, mal einige ruhige Kilometer am Stück radeln zu können. Auf dem Deichweg zwischen Monheim und Leverkusen lassen wir uns einfach mal den Fahrtwind um die Nasen wehen und genießen es, die Blicke zwischen Natur und Industrie in die Ferne schweifen zu lassen.

Auf herrlichen ruhigen Radwegen fahren wir weiter am Rhein und später an der Wupper entlang. Hier entdecken wir auch die Mündung der Dhünn in die Wupper, die wir bei unserer ersten Tour zwischen Köln und Leverkusen knapp verpasst hatten. Solche Vereinigungspunkte von Flüssen finden wir immer sehr sehenswert und faszinierend… und dieser kann direkt vom Radweg aus betrachtet werden.

Mit diesem tollen Naturhighlight, das uns nochmal positive Energie mit gibt, rollen wir auf den letzten Kilometern nach Leverkusen ein, wo uns das Wahrzeichen der Stadt ins Auge fällt. Mit seinen 72 m Höhe ist der Wasserturm Bürrig kaum zu übersehen. 

Sorgte er früher noch für einen konstanten Wasserdruck für die Versorgungsleitungen, ist er heute hauptsächlich ein identitätsstiftendes Bauwerk mit Besucherplattform. 

Wasserturm Bürrig

Fazit zur Tour

Vom modernen Mediapark ins mittelalterliche Zons, von dem Kloster Knechtsteden bis ins gemütliche Monheim am Rhein. Diese Tour bietet Abwechslung und Radelspaß pur. Wenn man sich ein mal durch die vielen Parks Kölns herausgefunden hat, findet man sich in einer herrlichen Seenlandschaft wieder, die ruhige Momente mitten in der Natur bietet.
Ab hier gestaltet sich das Radeln auch völlig problemlos, so dass man auch ohne Navi bis zum imposanten Kloster Knechtsteden findet. Ein Highlight ist bereits die Fahrt durch den Chorbusch, der absolute Waldidylle garantiert.

Der Abstecher durch Dormagen ist Optional - ihr könnt auch einige Kilometer abkürzen wenn ihr dem Radweg nach Zons direkt folgt. Falls ihr ein wenig knapp bei Zeit seid, dann bietet sich das an, um mehr von Zons erleben zu können. Dieses mittelalterliche Städtchen ist ein wahres Juwel im Rheinland. Auch wenn das richtige Rothenburg ob der Tauber durchaus beeindruckendender ist, gibt es wohl abseits dessen kaum eine ähnlich gute erhaltene Altstadt. Möchtet ihr hier alles bestaunen und auch das Museum einen Besuch abstatten, lohnt es sich wohl in Zons eine Nacht zu verbringen.

Mit der Fähre kommt ihr ganz einfach über den Rhein und habt mit Monheim am Rhein gleich einen weiteren Ort voller Historie und kulinarischer Höhepunkte. Der restliche Weg entlang des Rheins bis Leverkusen widmet sich dagegen wieder mehr der Natur bis ihr im Stadttrubel in Leverkusen eure Tour beendet.

Insgesamt erwartet euch eine wunderbare Tour, die nur zu Beginn ein bisschen mehr Planung und einen Navi benötigt. Wenn ihr euch von dem Verkehrslärm nicht abschrecken lasst, werdet ihr schon bald mit tollen Radwegen durch ruhige Natur belohnt. Meistens fahrt ihr auf Aspahlt, aber gerade in den Naturparken führt der Weg über befestigte Wege und Schotter. Mit dem Autoverkehr kommt ihr nur selten in Kontakt und es gibt genügend Einkehrmöglichkeiten.

Unser Videobericht

Eine zauberhafte Radtour zwischen Köln und dem Rheinradweg | Radregion Rheinland

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